Einbruch-Widerstandsklassen von Bauelementen

Die Kriminalstatistik belegt, dass in Deutschland alle zwei Minuten in ein Haus oder eine Wohnung eingebrochen wird. Vornehmlich geschehen diese Einbrüche um die Mittagszeit, am späten Nachmittag und am frühen Abend. Um Einbrechern das Handwerk zu erschweren, kann jeder ohne finanziellen Aufwand vorsorgen.

Hierzu gehört beispielsweise, den Nachbarn zu unterrichten, wenn man für längere Zeit abwesend ist und gleichzeitig Vorkehrungen zu treffen, die den Anschein erwecken, die Wohnung oder das Haus sind bewohnt.

Auch die regelmäßige Briefkastenleerung, die Aktivierung der Zeitschaltuhr für die Beleuchtung einzelner Räume, Abschaltung des automatischen Anrufbeantworters (bei Nichtabschaltung jedoch keinesfalls Hinweise auf einen genommenen Urlaub geben), unregelmäßige Rollladenbetätigungen sowie das regelmäßige Rasenmähen gehören zu den Vorkehrungsmaßnahmen.

Weiterhin ist an die verdeckt anzubringende Koffer-Namensschilder, die vor neugierigen Blicken schützen sollen, zu denken.

Diese Einbruch-Vorsichtsmaßnahmen sollten noch ergänzt werden durch den Einbau von Einbruch erschwerenden Alarmanlagen, Schlössern, Kellerschacht- und Rolllädensicherungen, Türen (auch Garagentore) und Fenster. Über die bestehenden Schutzgrade soll die folgende Tabelle informieren. Im übrigen bieten Polizeibehörden oft auf das Wohngebiet abgestimmte Informationen an. Hiervon sollte unbedingt Gebrauch gemacht werden.

Die Schutz bietenden Bauelemente, wie Türen, Fenster, Gitterelemente oder Rollläden werden auf europäischer Ebene in sechs Widerstandsklassen (DIN EN 1627 ff.) eingeteilt. Für den Einsatz in privaten Wohnobjekten ist üblicherweise ein Schutz nach den Widerstandsklasse RC 2 und RC 3 (RC steht für "Resistance Class") vollkommen ausreichend.
Sollte entgegen aller Vorsichtsmaßnahmen trotzdem ein Einbruch gelingen, kann es für die versicherungs- und polizeilichen Ermittlungsbemühungen hilfreich sein, wenn die entwendeten Urkunden vorher gescannt oder fotografiert wurden und wertvolle Gegenstände ebenfalls fotografiert, vorhandene Serien-Nummern notiert und zusätzlich mit einem Diamantschreiber oder Gravierstift individuell gekennzeichnet wurden. Auch die Markierung mit einem UV-Stift besonders bei Bildern und Teppichen ist denkbar und geeignet.
Bewahren Sie die erstellte Wertgegenstandsliste und Fotos am besten bei Verwandten oder am Arbeitsplatz auf - so sind Sie auch vor einem Diebstahl oder bei einem Brand vor diesem Verlust geschützt.
Im Übrigen bieten auch die Internet-Provider oft kostenlosen Webspace an, auf dem die Dokumente nebst Fotos archiviert werden können.
Hier suchen Einbrecher immer zuerst und werden oft fündig:
● Unter Matratzen und Teppichen
● Im Gefrierfach
● Hinter der gefliesten Wartungsklappe der Badewanne
● Falls vorhanden, im WC-Spülkasten
● Hinter Bildern
● In Schränken und Schreibtischen, auch unter Schubladen
● In Tee- und Kaffeedosen, Kaffeekannen
● In Video- und CD-Hüllen